Wieviel Vorbild braucht der Mensch?
Fragt man einen Menschen nach einem Vorbild, hört man häufig konkrete Namen: Fußballbegeisterte Jugendliche nennen dann Ballack und Co, Pubertierende einen Popstar und Erwachsene eine ‚feste’ Größe aus Politik und Kultur. Dass ein Vorbild wichtig und
real ist, steht dabei außer Frage. Auch die lauten Rufe in der pädagogischen Landschaft nach der Wichtigkeit von Vorbildern bestätigen dies. Achtet man nämlich auf den Werteverfall und die Verrohung in den Klassenzimmern scheinen Vorbilder mehr denn je nötig zu sein.
Nach einer Idee des Künstlers Vollrad Kutscher sollen im Ratssaal des Rüsselsheimer Rathauses zwölf Portraits verdienter Bürgerinnen und Bürger als Projektion in einer Lichtgalerie über die Debatten der Stadtverordneten wachen.
Bisher erleuchten die vom Künstler vorgegebenen Adam und Sophie Opel sowie die von der Jury ausgewählten Walter Rietig und Luise Heßemer den Ratssaal.
Die Idee hinter dem Kunstwerk war und ist, den Dialog mit dem Ort und seinen Menschen zu fördern und einen Diskussionsprozess über das Selbstbild Rüsselsheims in Gang zu setzen und zu erhalten. In der Reflexion von beispielhaftem Handeln und Wirken bereits verstorbener Bürgerinnen und Bürger soll die Auseinandersetzung mit bedeutenden Biografien und der Geschichte Rüsselsheim gefördert und lebendig gehalten werden.
Die „Leuchtenden Vorbilder“ sollen dabei nicht als Sinnbild übermenschlicher Figuren verstanden werden, sondern vielmehr bewundernswertes oder bedeutendes bürgerschaftliches Engagement im alltäglichen Miteinander auszeichnen.
Deshalb sind die Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürger aller Generationen ausdrücklich aufgerufen vorzuschlagen, wen sie persönlich für geeignet erachten.
Alle eingereichten Vorschläge werden von einer Jury aus Rüsselsheimer Kulturpreisträgern beraten und ein Vorbild wird zur Realisierung vorgeschlagen. Die Empfehlung dieses Gremiums wird danach noch vom Ältestenrat der Stadtverordnetenversammlung bestätigt.